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2.2.2014

Text und Bild mit freundlicher Genehmigung der Gießener Allgemeinen Zeitung vom 4.2.2014

Leichtathletik
Nagorr überrascht

 

Platz vier bei der Mehrkampf-DM – »Sehr erfreulich«

(jth) Der vierte Platz von Christopher Nagorr vom LAZ Gießen/TSG Lollar bei den Deutschen Hallenmehrkampf-Meisterschaften am Wochenende in Frankfurt-Kalbach konnte sich durchaus sehen lassen und kann als absolute Überraschung eingestuft werden. Im Vorfeld der DM hatte sich der heimische U18-Leichtathlet vorgenommen, sich gut zu präsentieren. Eine Platzierung hatte er sich nicht als Ziel gesetzt. »Die Mischung macht’s eben«, sagte sein Trainer Markus Czech. Sein Schützling hatte mit dem 60-m-Hürdenlauf, dem Kugelstoßen und dem 60-m-Sprint sowie dem Weitsprung absolute Spitzenleistungen vorzuweisen.
Christopher Nagorr begann sein Mehrkampfabenteuer mit 7,35 Sekunden im 60-m-Sprint und 6,55 m im Weitsprung. »Für Kalbach ist dies ein guter Anfang, denn die Sprintbahn ist neu gemacht worden. Sie ist weich, und das Laufen fühlt sich wie auf einer Luftmatratze an«, so der Liebigschüler. »Wir sind mit der neuen Bestleistung im Weitsprung mehr als zufrieden. Chris ist im ersten Sprung mit dem falschen Bein abgesprungen, und der zweite Versuch war ungültig. Das Risiko im dritten Versuch wurde belohnt«, bemerkte Czech.
Im Kugelstoßen zeigte der junge Athlet mit 13,93 m seine Potenziale und behauptete zwischenzeitlich den dritten Rang in der Gesamtwertung. »Es war eine durchschnittliche Leistung, doch jetzt kommt mit dem Stabhochsprung die Schlüsseldisziplin. Ich bin lange keinen Stab mehr gesprungen. Aus diesem Grund habe ich einige Trainingseinheiten bei Hartmut Christ absolviert, was mir Sicherheit gegeben hat«, erklärte Nagorr, ehe er mit 3,10 m eine neue persönliche Bestleistung aufstellte. Allerdings sprangen die Konkurrenten zum Teil noch deutlich höher, und am Ende des ersten Wettkampftages standen 2576 Zähler und Rang fünf auf der Ergebnisliste.
Tag zwei begann für den Staufenberger mit ausgezeichneten 8,29 Sekunden im Hürdenlauf. »Ich habe heute im Hürdenlauf meine Bestleistung eingestellt, so darf das noch ein wenig weiter gehen«. Vor der vorletzten Übung, dem Hochsprung, lag die Bronzemedaille in Reichweite, denn nur 26 Punkte fehlten zum Platz auf dem Treppchen. Mit übersprungenen 1,75 m bot Nagorr im Vergleich zu den Führenden eine niedrigere Höhe an, sodass er keine Punkte gutmachen konnte. »Ich bin ohne Training in den Hochsprungwettbewerb gegangen, und bin zufrieden mit der Leistung«, kommentierte der LAZ-Athlet diese Disziplin.
In der abschließenden Disziplin, den 1000 m, gab Trainer Czech folgende Marschroute vor: »Es tut zwar weh, doch eine Zeit unter drei Minuten ist drin, sei mutig und trau dir was zu.« Nagorr zog voll mit, und am Ende wurde die Trainervorgabe mit 2:56,61 Minuten deutlich erfüllt. 4769 Punkte sowie ein vierter Rang standen zu Buche.
»Ich habe mich auf Platz vier nach den Hürden vorgearbeitet und habe den Platz gehalten. Ich bin sehr zufrieden. Eine Teilnahme an der Meisterschaft war lange Zeit nicht sicher, da ich ja ein Jahr Pause mit dem Stab hatte und viele andere Disziplinen wie Hochsprung oder Kugel nur wenig trainiert habe. Dass alles so gut geklappt hat, ist sehr erfreulich, und als Bester des 98er-Jahrgangs in Deutschland lässt es mich gut in die Zukunft blicken. Wenn ich mich bis zum Sommer im Stabhochsprung und in den anderen selten trainierten Disziplinen verbessere, kann das im Sommer ein sehr guter Zehnkampf werden«, resümierte Christopher Nagorr.
Sieger des Wettkampfs in der U18 wurde Manuel Eitel vom SSV Ulm mit 5480 Punkten vor Ben Thiele (Sportclub Neubrandenburg /5372) und Jan Ruhrmann (DJK SG Tackenberg/5018).

 



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Auf 6,55 m kam Christopher Nagorr beim Weitsprung in Kalbach. Rang vier stand bei der Mehrkampf-DM der U18 am Ende zu Buche. (Foto: jth)